Eichen auf freiem Feld

Oak on the field

Starke alte Eichen auf freiem Feld und kräftige Überhälter in den artenreichen Knicks sind landschaftsbestimmend in Ostholstein und im Kreis Plön. Beide Kreise liegen im östlichen Schleswig-Holstein. Rings um den 168 Meter hohen Bungsberg liegt eine besonders schöne parkartige Landschaft.

Weiter südlich liegt das adelige Gut Sierhagen. Der Weg dorthin führt durch eine historische Kulturlandschaft, in der jahrhundertealte Eichen ihre knorrigen teilweise abgestorbenen Äste gen Himmel recken. Der Europäische Fernwanderweg führt über die wassergesäumte Gutsanlage. Ein Hutebaum, auch Weidbaum, ist ein im Zusammenhang mit intensiver Beweidung (Hute) entstandener Baum. (Wer mehr darüber wissen möchte, unter den Fotos geht der Text weiter)

Ein Paar alte Huteeichen im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustrieb
Baumkrone einer alten Stieleiche vor dem Blattaustrieb
Eichen Solitäre und Baumpaare prägen die Kulturlandschaft im Hügelland Ostholsteins
Alte Eiche auf dem bestellten Feld im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustrieb
Alte Eichen im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustrieb
Redder mit alten Eichen im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustrieb
Blick durch den Knick auf alte Eiche im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustriebb
Stamm einer alten hohlen Eiche am Weg zur Försterei
Oak on the field
Alte Eiche im Gutsbezirk Sierhagen vor dem Blattaustrieb
Alte Eiche im Gutsbezirk Sierhagen am Jarkauer Weg von Efeu komplett überwuchert und zur Skulptur umgewandelt
Alte Eichen im Gutsbezirk Sierhagen am Jarkauer Weg ein Baum wurde von Efeu komplett überwuchert und abgestorben

Entscheidend für die Entstehung eines Hutewaldes ist der Viehbesatz. Man geht heute von 16 bis 30 Großvieheinheiten auf 100 ha Fläche aus, das entspricht 16 bis 30 ausgewachsenen Rindern oder rund 100 bis 200 Schweinen. Wird ein Laubwald in dieser Größenordnung während der Vegetationsperiode dauerhaft in extensiver Form beweidet, entstehen lichte bis fast offene Wälder. Das heutige Waldbild ist ca. 150 bis 180 Jahre alt also relativ jung. Durch die bis ins 18. Jahrhundert übliche Waldweide waren die meisten Wälder viel lichter und offener als heute. Nicht nur die Waldweide, auch durch den enormen Holzverbrauch im Festungs- und Schiffbau in den Feuern der Glasbläsereien und Schmiedefeuer kam es zu einer kritischen Übernutzung der Wälder.

Schleswig-Holstein ist das Land der Knicks. „Der dänische König Christian VI. ordnete die Verkoppelung mit seiner „Holtz- und Jagdverordnung für Schleswig-Holstein“ im Jahr 1737 an. Was das bedeutet? Das gesamte Land wurde erstmalig genau vermessen und anschließend den Bauern zugeteilt. Die Gemeinschaftsfläche „Almende“ wurde zum Nachteil der armen Mitglieder der Landbevölkerung einkassiert.

Mit der geregelten Fortwirtschaft wie der ökonomisch praktischen Anweisung zur Einfriedigung der Ländereien“ von Nicolas Oest wurde nach 1767 die Waldweide in Schleswig-Holstein (zu der Zeit noch ein Teil des dänischen Königreichs) abgeschafft. Die ärmeren zumeist landlosen Kätner und Brinksitzer hatten fortan das Nachsehen.

Das Aprilwetter zeigt sich in diesem Jahr von seiner kalten, windigen und rauhen Seite, die Eichen warten also noch ein paar Wochen bis zur Blüte und dem Blattaustrieb. Ich kann es kaum erwarten!

Veröffentlicht von Christian Kaiser

Christian ist Fotograf, er fühlt sich der Natur und Landschaft eng verbunden. Er ist für Magazine, Buchverlage und NGO´s rund um den Erdball unterwegs. Neue Energie sammelt er am Liebsten in Norddeutschland. Ob beim Paddeln oder Schwimmen, auf und in Elbe, Seen und Meer, immer versucht er, seine Verbindung zu den Gewässern, den Menschen und dem Wesen der Landschaft zu intensivieren und in klare Bilder umzusetzen. Spezialgebiete sind die Luftbild und Naturfotografie. Über mich: Seit Jahren arbeite ich als Fotograf zu Norddeutschen Landschaften, dem Wattenmeer der Nordsee, dem Ästhuar der Elbe und den Kulturlandschaften des Nordens.

2 Kommentare zu „Eichen auf freiem Feld

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